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Aus dem Schulleben

„Davon haben wir nichts gewusst“

Studienfahrt der zehnten Klassen nach Buchenwald thematisierte das Wegschauen

„Tag und Nacht qualmt der Schlot, und die Einwohner haben nichts gerochen?“ Ungläubiges Kopfschütteln bei den Neuntklässlern. Die Jungen und Mädchen stehen vor dem Krematorium und blicken zum Schornstein hinauf. Sie haben einen Gang durch Räume hinter sich, in denen schlimmste Verbrechen geschahen. Tagein tagaus. Jahrelang. Vielen ist flau im Magen, als sie aus dem Todeskeller kommen und wieder den Sonnenschein genießen. „Das gibt’s doch gar nicht, dass die das nicht gemerkt haben!“

Ja, haben sie auch nicht. Behaupten zumindest die braven Bürger von Weimar, der Nachbarstadt, nach dem Krieg.

Stück für Stück zerlegt der sympathische junge Guide das Märchen, dass die Deutschen nichts gewusst hätten. Nicht alle, sicher, aber viele müssen es zumindest geahnt haben. Kolonnen von Gefangenen, die immer wieder vom schicken Weimarer Bahnhof zum KZ hinaufgeprügelt werden. Hoch auf den Ettersberg. Hierher pflegen die Einwohner der Stadt ihren Sonntagsausflug zu machen. Von hier hat man einen herrlichen Ausblick – auf die Stadt, über den Thüringer Wald, ja bis zum Harz.

Bis die SS das Idyll zum Sperrgebiet erklärt, über das man besser schweigt. Hinunter kommen nun viel zu viele Leichen, die im  städtischen Krematorium des Weimarer Friedhofs verbrannt werden müssen. Es ist völlig überlastet. Architekten, Ingenieure und Bauleute sorgen dafür, dass viele Firmen profitieren, als die SS einen lagereigenen Bahnhof und ein Krematorium errichten lässt.

Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. Kennt man ja.

Aber so einfach ist das nicht, gibt der Guide zu bedenken.  Gesunder Menschenverstand lässt viele in der Stadt Goethes und Schillers an den schrecklichen Untaten droben auf dem Berg zweifeln, brutaler Staatsterror lässt etwaige Gerüchte sofort wieder verstummen. Und doch bleibt das Grauen die ganze Zeit irgendwie präsent in den Köpfen der Einwohner. So er­fahren die Zehntklässler abschließend, dass ungezogenen Kindern mit scherz­haft erhobenem Zeigefinger schon mal gedroht wurde: „Wenn du nicht brav bist, dann kommst du nach Buchenwald!“

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